Sauerteig selbst ansetzen
und wie er dank meiner Oma ewig hält
Sauerteig selber machen
gesund, aromatisch & einfacher als gedacht
Sauerteig erlebt gerade ein echtes Comeback und das völlig zu Recht. Durch die natürliche Fermentation wird Getreide bekömmlicher, der Blutzucker steigt langsamer an und die wertvollen Nährstoffe können vom Körper besser aufgenommen werden. Gleichzeitig entstehen Milchsäurebakterien und wilde Hefen, die unsere Darmflora positiv unterstützen und Brot länger frisch halten, ganz ohne Zusatzstoffe. Genau deshalb gilt Sauerteig als eine der gesündesten und ursprünglichsten Arten, Brot zu backen.
Und das Beste: Ein Sauerteig ist lebendig, unkompliziert und er entsteht allein aus Mehl und Wasser.
Gesundheitsvorteile auf einen Blick
- Bessere Verträglichkeit: Fermentation baut Gluten teilweise ab und macht Brot leichter verdaulich.
- Stabilerer Blutzucker: Sauerteigbrot sorgt für geringere Blutzuckerspitzen.
- Nährstoffe werden freigesetzt: Mineralstoffe wie Magnesium, Zink und Eisen werden besser aufgenommen.
- Längere Haltbarkeit: Milchsäurebakterien wirken wie ein natürlicher Schutz.
- Volles Aroma: Tief, nussig, leicht säuerlich – ein Geschmack, den keine Hefe erreicht.
Rezept: Sauerteig – Schritt für Schritt
(Weizen & weizenfrei)
Tag 1
- 50 g Mehl (Weizen, Roggen, Dinkel oder mischen)
- 50 ml lauwarmes Wasser
Alles verrühren, in ein (ca. 1l großes) Schraubglas füllen, locker abdecken/verschließen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.
Tag 2
Die Mischung sollte leicht Bläschen zeigen.
Füttern (=hinzugeben und vermischen) mit:
- 50 g Mehl
- 50 ml Wasser
Kurz durchrühren. Wieder warm stehen lassen.
Tag 3
Der Teig wird etwas aktiver, riecht säuerlich und arbeitet sichtbar.
Wieder füttern, gleich wie an Tag 2.
Tag 4
Jetzt sollte er deutlich aufgegangen sein.
Noch einmal füttern.
Tag 5
Der Sauerteig ist reif, wenn er sich innerhalb von 4–6 Stunden verdoppelt.
Er ist jetzt backbereit.
Wie du deinen Sauerteig nutzt
- 1–2 EL als „Starter“ herausnehmen und mit dem Brotrezept starten
- Den Rest im Kühlschrank lagern und 1x pro Woche füttern
- Bei längeren Pausen einfach zwei- bis dreimal auffrischen, dann wird er wieder aktiv
Unten zeig ich dir dann noch, wie du deinen Sauerteig fast ewig haltbar machen kannst ohne Konservierungsstoffe.
Hier ein paar Dinge, die du vielleicht benötigst:
4 Stück Einweckgläser
Falls du direkt verschiedene Sauerteige ansetzten willst, von Dinkel, Roggen, Weizen oder gemischt. In meinen Beiträgen findest du noch mehr Ideen, wofür du die Gläser benötigen wirst.
Das Buch zum Sauerteig
Du liebst es aus Kochbüchern heraus zu experimentieren? Hier wird dir von Anfang bis Ende alles genau erklärt um deinen Sauerteig zu perfektionieren.
Voll ausgestattet
Viele haben anfangs die Sorge etwas falsch zu machen. Mit diesem Set hast du ein Rund-Um-Paket, um es selbst zu versuchen und trotzdem nichts dem Zufall zu überlassen.
Sauerteig für Faule
Falls du zu gestresst, zu faul oder einfach zu selten zuhause bist, hier ein fertiger Sauerteig, mit dem du dann auch weiterarbeiten kannst.
😉
Sauerteig haltbar machen
Wenn du deinen Sauerteig nicht jede Woche brauchst, gibt es eine traditionelle Methode, mit der er monatelang haltbar bleibt, ganz ohne Kühlschrank: das Trocknen.
So hat es meine Oma gemacht und es funktioniert bis heute perfekt:
- Aktiven Sauerteig ganz dünn auf ein Backblech oder Backpapier streichen.
- Bei Zimmertemperatur trocknen lassen, das dauert meist 24–48 Stunden.
Oder alternativ: Im Ofen bei niedrigster Temperatur (meist 30–40 °C), mit leicht geöffneter Tür (Holzlöffel einklemmen), so lange, bis alles komplett hart und durchgetrocknet ist.
- Die getrockneten Stücke pulverisieren (Mörser, Mixer).
- In einem Schraubglas trocken und dunkel lagern, hält ewig.
Diese Methode spart Pflege, Platz und du hast jederzeit einen Starter parat, auch auf Reisen.
So aktivierst du deinen getrockneten Sauerteig wieder:
Die Reaktivierung funktioniert wirklich leicht, es dauert nur 1–2 Tage:
Tag 1
- 1 EL Sauerteig-Pulver
- 50 g Mehl (Weizen oder Dinkel)
- 50 ml lauwarmes Wasser
Gut verrühren, locker abdecken und warm stehen lassen.
Tag 2
Der Ansatz zeigt meist schon Leben (ein paar Bläschen).
Erneut füttern mit:
- 50 g Mehl
- 50 ml Wasser
Tag 2–3
Jetzt sollte er sich deutlich aktivieren.
Sobald er sich innerhalb von 4–6 Stunden sichtbar hebt, ist er wieder ein vollwertiger, aktiver Sauerteig.
Falls er nach langer Zeit etwas „schüchtern“ ist, einfach ein zweites Füttern anhängen, dann läuft er wieder wie neu.
Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen!